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ENERGETISCH SANIEREN Am Beispiel eines freistehenden Einfamilienhauses (Baujahr vor 1984) werden typische Wärmeverluste verdeutlicht. Der größte Anteil am Energieverbrauch eines Gebäudes – etwa 80 % – wird für die Raumwärme benötigt. Hoher Energieverbrauch wird dadurch 8 verursacht, dass die Wärme in der kalten Jahreszeit zu schnell durch Wände, Fenster, Dach und Boden abfließt, wenn Häuser unzureichend gedämmt oder undicht sind. Dämmung der Außenwand Ungedämmte oder nicht ausreichend gedämmte Außenwände führen in der kalten Jahreszeit zu einem unbehaglichen Raumempfinden und zu unnötig hohen Wärmeverlusten. Sie tragen auf Grund ihres hohen Flächenanteils mit ca. 25 % zu den Energieverlusten eines Gebäudes bei. Energetische Modernisierungsmaßnahmen sollten daher eine nachträgliche Dämmung der Außenwand mit einschließen. Grundsätzlich ist es möglich, jede Fassade nachträglich mit einer Wärmedämmung zu versehen. Es bieten sich vier verschiedene Varianten an, die, abhängig von den vorgefundenen Gegebenheiten, ausgewählt werden können zum Beispiel das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) oder eine nachträgliche Kerndämmung. Wärmedämmverbundsystem Das Wärmedämmverbundsystem oder die „Thermohaut“ besteht aus Dämmstoffplatten, die mit Hilfe eines speziellen Klebemörtels direkt auf den vorhandenen Außenputz geklebt werden. In der Regel werden die Dämmplatten zusätzlich verdübelt. Darüber wird eine Schicht mit Armierungsmörtel und Armierungsgewebe aufgebracht. Die Armierung gleicht Temperaturspannungen aus und dient als Grundlage für den Außenputz. Aufbau Wärmedämmverbundsystem Bei diesem Verfahren ist es wichtig, komplett aufeinander abgestimmte Komponenten zu verwenden. Ein Wärmedämmverbundsystem sollte daher nicht im Selbstbau auf die Außenwand aufgebracht werden. Die Stärke der Dämmstoffplatten sollte bei bestehenden Gebäuden 12 cm nicht unterschreiten, wenn das bautechnisch möglich ist. Mauerwerk Dämmstoff Armierung Kantenschutz Außenputz Dämmstoffanker Aufbau Wärmedämmverbundsystem (Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Firma Dalhoff) Für eine „Thermohaut“ kommen alle Putzfassaden, aber auch sanierungsbedürftige Ziegelfassaden in Frage. An Stelle eines Putzes kann auch eine Riemchenverblendung aufgebracht werden, so dass das Aussehen des Gebäudes beibehalten wird. Detailansicht Wärmedämmverbundsystem Direktvergleich Doppelhaushälfte mit und ohne WDVS Nachträgliche Kerndämmung Vor allem im norddeutschen Raum wurden oft Wohngebäude mit einem zweischaligen Mauerwerk mit dazwischen liegender Hohlschicht errichtet. Die Hohlschicht diente zur Hinterlüftung der Vormauerschale, um – genau wie bei der hinterlüfteten Vorhangfassade – Feuchtigkeit abzuführen. Es hat sich herausgestellt, dass eine Hinterlüftung der Vormauerschale unter bestimmten Voraussetzungen nicht zwingend erforderlich ist. Für eine Kerndämmung muss die Vormauerschale intakt sein, d.h. sie darf keine Risse aufweisen, und die Oberfläche muss diffusionsoffen


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